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Der heilige Bernadus fragte einst Christus, den Herrn, welche den Sein größtes unbekanntes Leiden sei. Der Herr antwortete ihm: "Ich hatte eine tiefe Wunde auf meiner Schulter, die mein schweres Kreuz mir verursachte; diese Wunde war mir viel peinlicher als alle anderen. Diese Wunde wird aber von den Menschen wenig gedacht, weil sie beinahe unbekannt ist; deswegen erweise derselben die Ehre, und was du in Kraft dieser Wunde begehren wirst, das will ich dir geben. Und alle jene, die diese Wunde verehren werden, sollen Gnade und Barmherzigkeit von mir erlangen."

"O mein allerliebster Jesus! O sanftmütiges Lamm Gottes! Ich armer und sündiger Mensch begrüße und verehre die allerheiligste Wunde, die Du auf Deiner Schulter, als Du den schweren Block Deines Kreuzes trugst, empfunden hast: wegen der Du einen besonders großen Schmerz vor allen anderen Wunden an Deinem gebenedeiten Leib damals ausgestanden. Ich bete Dich an o betrübtester Jesus! Und vom innersten Grunde meines Herzens lobe und benedeie ich Dich, und sage Dir Dank für diese allerheiligste und schmerzhafte Wunde, demütig bittend, dass Du wegen so grausamer Schmerzen, die dieselbe Dir verursacht, und wegen der so schweren Last, das Dich so hart gedrückt und geängstigt, Dich über mich armen Sünder erbarmest, mir meine Sünden nachlassest, mich in meinen Anliegen erhörest und mich endlich auf Deinem Kreuzweg in das ewige Leben einführest. Amen."

(Nihil obstat: Julius Desfossez, libr. censor Imprimatur: Friburi Helv.. 30. April 1953, L. Waeber, vic. gen.. Kanisius-Verlag Freiburg)